Wie du weniger Stress hast und alles unter einen Hut bringst mit Hund

Wir haben alle jeden Tag 24 Stunden zur Verfügung und bei manchen Menschen sieht es so leicht aus. Gerade in sozialen Netzwerken sehen wir tolle Bilder und lesen lustige Anekdoten, und fragen uns dann manchmal – wie bekommen die alles unter einen Hut? Mehr Leichtigkeit wäre klasse und vor allem weniger Stress.

Deshalb findest du hier vier Möglichkeiten, um mehr zu erreichen und das ohne Stress. Und ganz ohne Hundetraining.

1. Es ist deine Zeit!

Wenn wir viel um die Ohren haben und eine Aufgabe die nächste jagt, sparen wir sofort an unseren Pausen. Das erste, was ich gern weglasse, sind Zeiten nur für mich oder Termine, die ich nur für mich geplant habe und auf die mich sehr freue. Sofort ist der Gedanke da: “Darum kann ich mich auch später kümmern. Das läuft schon nicht weg. Erst die wichtigen Dinge erledigen.” Leider wird das Pensum an Aufgaben dadurch größer und meine Erholungszeit kleiner. Da ich mich fantastisch fühle, wenn ich viel schaffe, gleichzeitig aber dabei schnell ausbrenne, muss ich auf einen Ausgleich achten. Wenn es mir nicht gut geht, dann kann ich mich nicht mehr gut um meine Hunde, meine Familie, meine Freund*innen und alles andere kümmern.

Meine Zeit

Ich pflege deshalb schon seit über zwei Jahren ein Morgen- und ein Abendritual, was (fast) immer gleich aussieht. Die ersten Minuten des Tages gehören mir – ich betreibe Öl ziehen, putze mir die Zähne, schreibe in mein Dankbarkeitstagebuch und meditiere. (Zähne geputzt habe ich mir vor meiner Morgenroutine aber auch schon…) Und bevor ich ins Bett gehe, nehme ich nochmal mein Dankbarkeitstagebuch zur Hand und trage ein, was an diesem Tag Schönes passiert ist und was ich hätte besser machen können. Manchmal höre ich vor dem Schlafen gehen auch noch eine geleitete Meditation mit der App Insight Timer (https://insighttimer.com/). Und ich trage mir Freizeit und andere tolle Aktivitäten für mich selbst in meinen Kalender ein und behandle sie wie wichtige Geschäftstermine. Zumindest versuche ich das.

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Meine persönliche Geschichte in zwei Teilen
Teil 1
Teil 2

2. Hetz dich nicht!

Ich war früher Meisterin im “Panik” machen und Hetzen. Schnell, schnell, schnell und geht das jetzt nicht noch schneller, wenn ich alles gleichzeitig mache? Nein, das ging nie schneller. Zeit habe ich damit nie gewonnen, nur meine Nerven verloren. Nach solchen Tagen oder Zeiten ging es mir körperlich schlecht und ich war leicht reizbar. Ich habe es viele Jahre probiert, mir Druck zu machen, um mehr zu schaffen und habe mein Talent im Multi-tasking perfektioniert. Und ich war wirklich gut darin.

Nur leider fiel mir nach solchen Tagen schnell die Leine der Hunde aus der Hand oder ein Teller fiel plötzlich auf den Boden. Konzentration und motorische Fähigkeiten waren nach viel Multitasking und schnellem Arbeiten immer irgendwie etwas beeinträchtigt. Und einmal als ich kurz dem Aufstehen fünf Sachen gleichzeitig gemacht habe, habe ich unsere beiden Hunde verwechselt und ihnen die falschen Medikamente gegeben. (Keine Sorge, es hatte keine Nebenwirkungen und den Hunden geht es gut.) Wenn du meine Hunde kennst, weißt du, dass sie keine Ähnlichkeit haben… nur mir wurde klar, dass ich vielleicht in der Zeit viel schaffe, nur dass andere Dinge darunter leiden.

Tschüss Multitasking!

Ich habe angefangen mich vom Multitasking zu verabschieden. Und an vollen Tagen mit vielen Aufgaben schreibe ich mir immer einen Satz auf wie zum Beispiel “Ich erledige alle meine Aufgaben mit Leichtigkeit und Freude.” oder “Ich werde heute alles ganz entspannt erledigen und dazwischen Pausen machen.” Die Sätze helfen mir dabei, meinen Fokus darauf zu richten, dass ich mich nicht hetzen möchte und dass ich alles erledigen kann nacheinander. Diese Sätze lese ich mir immer wieder durch, damit ich nicht in alte Muster falle und atme danach immer ein paar Mal tief ein und wieder aus. Übrigens ich schaffe an solchen Tagen genau so viel wie früher, nur dass ich am Ende des Tages keine Tassen und Teller mehr fallen lasse. Und ich verwechsle unsere Hunde nicht mehr bei der Medikamentengabe.

3. Siehst du Fehler oder Chancen?

In der Schule lernen wir, dass es auf die Fehler ankommt und die bestimmen die Note. Wenn ich einen Text überfliege, springen mich Rechtschreibfehler sofort an (außer bei meinen eigenen Texten, verdammt) und ich kann gar nicht wegsehen. Im Hundetraining habe ich während meiner Ausbildung zur Trainerin sofort gelernt, nicht die Fehler im Hundeverhalten wahrzunehmen, sondern die guten Ansätze. Die Möglichkeiten, die der Hund mehr anbietet statt in die Leine zu springen, statt zu bellen oder zu knurren. Ich fand diesen Ansatz vom ersten Augenblick super, denn ich wollte nicht mit Tieren schimpfen und auf Fehler warten. Durch das Hundetraining habe ich gelernt mich auf das zu konzentrieren, was schon gut funktioniert und auf tolle Ansätze, die ich als Trainerin beim Hund “nur” ausbauen muss. Es hat mich Training gekostet, das wahrnehmen zu können – heute ist es für mich Normalität. Ich würde fast sagen, mein Gehirn kann gar nicht mehr anders. Auch mein Bild und die Erwartungen, die ich an Hunde (und auch an Menschen) habe, haben sich verändert. Ich sehe nicht den Hund, der böswillig ist und den nächsten fiesen Plan schmiedet, sondern ich sehe Möglichkeiten zur Verhaltensveränderung und einen netten Hund mit vielen tollen Seiten.

Dankbarkeit ist lernbar!

Aufgrund dieser Erfahrungen war ich vor einigen Jahren auch so interessiert an meinem ersten Dankbarkeitstagebuch. Ich wollte herausfinden, was sich ändert, wenn ich jeden Morgen und Abend kurz reflektiere, wofür ich dankbar bin und was gerade gut läuft. An manchen Tagen fiel es mir schwer für etwas dankbar zu sein, aber schon nach kurzer Zeit hat sich das geändert. Ich habe mein Gehirn sozusagen trainiert, Gutes wahrzunehmen und damit auch Chancen zu sehen. Schwangere Frauen sehen plötzlich überall schwangere Frauen. Als ich anfing ein Auto der Marke Skoda zu fahren, sah ich plötzlich überall Skodas. Sie waren früher auch schon da, nur habe ich sie nicht bewusst wahrgenommen. Mein Gehirn hat diese Wahrnehmung als belanglos eingestuft und so wurde sie mir nicht bewusst.

Und deshalb habe ich auch nicht lange gezögert und ein Dankbarkeitstagebuch extra für Hundehalter*innen erschaffen. Damit ich meinen Kund*innen noch mehr an die Hand geben kann, um ein schöneres Leben mit ihrem Hund zu haben.

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4. Drama ist erlaubt!

Wenn du dich an einem Tag schlecht fühlst und keine Lust hast, dann versuche bitte nicht krampfhaft doch gut drauf zu sein. Klar, kannst du durch tolle Musik, Sport, Kuscheln mit deinem Hund oder andere schöne Sachen deine Laune verbessern. Doch es gibt Tage oder Momente, da hilft das nicht. Doofe Emotionen, die du nicht haben willst, solltest du nicht unterdrücken und wegschieben. Fühle, was da ist und lass dich auch gern etwas gehen. Wieso auch nicht? Drama ist erlaubt. Ich bin sehr gut im Drama. Ich habe nur mittlerweile erkannt, dass eine doofe Emotion wie Angst, Wut oder Frustration nicht ich bin, sondern dass ich sie jetzt fühle und sie vorbeigehen. Und dass ich dank ihnen eine Chance habe zu lernen oder etwas zu verändern.

Nutze sie als Wegweiser.

Ich war lange Zeit unzufrieden mit meinem Training mit Hunden und ihren Menschen. Vor ein paar Jahren war ich nach vielen Stunden frustriert und ich hatte keine große Lust mehr. Bis ich irgendwann merkte, dass ich etwas ändern will. Ich möchte weiter mit Hunden und Menschen arbeiten, nur ich möchte keine Gruppentrainings mehr anbieten und auch keine reinen Einzelstunden. Ich will, dass sich für Mensch und Hund etwas nachhaltig verändert und bei deinem Prozess möchte ich die Menschen mit ihren Hunden begleiten. Deshalb gibt es bei uns seit Januar 2017 nur noch 3-Monats-Betreuungen statt Einzelstunden. Ich liebe es und meine Kund*innen auch. Ohne die Frustration und auch manche Enttäuschung hätte ich diesen Weg nie gefunden.

Fazit

1. Nimm dir Pausen, auch wenn viel los ist und behandle Zeit für dich wie einen wichtigen Geschäftstermin, den du dir in deinen Kalender einträgst. Mit Energie und Ausgeglichenheit wirst du sowieso effektiver arbeiten, leben oder einfach nur dein Leben genießen.

2. Schnell, schnell, schnell wirkt nur kurzfristig Wunder. Was ist die wichtigste Aufgabe und was kann warten? Atme, mache Pausen und kümmere dich nacheinander um die Aufgaben.

3. Trainiere deine Wahrnehmung Gutes zu sehen und praktiziere dafür täglich Dankbarkeit. Schreibe dir morgen und abends ein paar Sachen auf, für die du dankbar bist und die an diesem Tag wunderbar gelaufen sind.

4. Zwinge dich nicht happy, happy, happy zu sein, sondern bleib bei dir und nutze unangenehme Emotionen als Wegweiser für deinen weiteren Weg. Nimm dir dafür die Zeit, die du brauchst.

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